A Shock for Beethoven

Gerd Schinkel, a regular and popular visitor to the Bonn Folk Club has given us a theme song to go with our petition against the charges for busking in Bonn:

Read on for the lyrics…


BEETHOVENS SCHOCK

Ein alter Flecken liegt am Rhein, nennt sich Bundesstadt,
wirbt damit, dass man dort so ein gutes Leben hat,
Stuckfassaden, Promenaden, Marktplatz mit Idyll,
Glanzpapier, mit dem ich mir gern den Abfall füll.
Man bildet sich was ein, weil man früher mal was war:
Bundeshauptstadt, trägt die Nase höher, völlig klar.
Beethoven steht zwischen Münster und der alten Post,
doch den alten Glanz trübt mittlerweile deutlich Rost.

In diesem Ort, da steht Ludwigs Geburtshaus –
zu dem man stolz so gern Touristen lockt –
kommt einer heut zum Musiziern aus dem Haus raus
dann soll er Geld dafür bezahlen, wer hat das denn verbockt?
Roll over, Beethoven – der wäre geschockt!

Wo keine Autos fahren könnt man prima musiziern,
Spricht was dagegen? Könnt der Stadt nicht Schlimmeres passiern.
Wer sein Instrument auspackt, braucht nen Erlaubnisschein,
zwei Tage soll der gelten – was fällt denen bloß ein?
Kosten soll das auch was, eh der erste Ton erklingt,
bevor man die Gitarre stimmt, die erste Strophe singt,
spielt das Wetter mit am nächsten Tag, dann hat man Glück.
Und wenn’s regnet, kriegt man dann, das halbe Geld zurück?

In diesem Ort, da steht Ludwigs Geburtshaus – …

Die Rathaus-Bürokraten ihre Schreibtische poliern,
fragen sich beim Nasebohrn, wen könnt man abkassiern…
Straßenmusikanten die zahlen jetzt Gebühr –
wer die nicht berappen will, solln Strafe zahln dafür.
Und mit dem was reinkommt, das die Stadt so eingesackt,
wird der Haushalt grundsaniert, die Schuldenlast zerhackt,
Schauspiel, Oper, Tanztheater – teure Hochkultur –
Womit zahlt die Stadt, subventioniert sie das bloß nur?

Ham die keine anderen Sorgen,
als wie sie lieber heut als morgen
Straßenmusiker abzocken könn’ –
als ob sie damit Wahlen gewönnen,
oder wenigstens nen Blumentopf –
ham die denn sonst nichts im Kopf?

Der Bürgermeister gern und viel von Bürgernähe spricht,
wie weit er schon von denen weg ist, weiß er ja wohl nicht.
In den Ämter werden fleißig Bleistifte gespitzt,
und in jedem Zimmer ein Experte sitzt und schwitzt.
Sie ham viel zu tun, mögen nicht, wenn man sie stört,
Widerspruch wird schon mal gern von ihnen überhört,
halten sich für unersetzbar, leben für den Job,
Verwaltungsbürokraten – was ham die statt Hirn im Kopp?

Ham die keine anderen Sorgen,
als wie sie lieber heut als morgen
Straßenmusiker abzocken könn’ –
als ob sie damit Wahlen gewönnen,
oder wenigstens nen Blumentopf –
ham die denn nicht mehr im Kopf?

Gerd Schinkel 2014

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